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Referat
über die Pressefreiheit?
Was
ist faul an der Pressefreiheit?
Unsere
westlichen Gesellschaften sind oft mächtig stolz auf
ihre Pressefreiheit, die den Medien erlaubt, politische
Missstände anzuprangern und sich regierungskritisch zu
geben. Natürlich möchte ich diese Art von
Pressefreiheit auch nicht missen, denn sie bildet den
Grundstock für unsere Demokratie.
Was
aber in all dem Überschwang über diese große
Errungenschaft untergeht ist das Eingeständnis, dass
nunmehr den Medienmogulen eine kaum wahrgenommene
Machtfülle zufließt.
Denn
die großen privaten Verlage und Sendeanstalten
befinden sich nun einmal weitgehend in den Händen
weniger Auserwählter, die ganz und gar nicht ein
Spiegelbild der Bevölkerung darstellen.
Die Besitzer der mächtigen Meinungsbildungsfabriken
haben zufällig eines gemeinsam: sie sind reich,
häufig sogar steinreich. Und selbst in den
Ausnahmefällen, wo es sich bei den Medienkonzernen um
Aktiengesellschaften handelt, sind die
Besitzverhältnisse einseitig: Eigner sind auch hier
nicht Otto Normalbürger sondern vielmehr die
Bessergestellten und Vermögenden - diejenigen also, die
einen besonderen Wert auf eine kapitalfreundliche Politik
legen.
Von
diesem Geldadel können wir schlecht erwarten, dass er
entgegen seinen Eigeninteressen in den wichtigen
wirtschaftspolitischen Belangen eine neutrale,
gesellschaftsfreundliche Position bezieht. So
müssen wir uns leider damit abfinden, dass fundamentale
Grundsätze und Zusammenhänge der Welt- und
Volkswirtschaft recht einseitig und verschleiernd
interpretiert werden.
Die
Medien lassen beispielsweise immer wieder die Bildung
gefährlicher Spekulationsblasen zu (ohne rechtzeitig
darüber aufzuklären). Sie haben nicht einmal vor
der sich Jahre im voraus abzeichnenden Banken- und
Finanzkrise gewarnt, obwohl zahlreiche
Wirtschaftsjournalisten mit Insiderwissen über die
absurden Praktiken bei der Hypothekenvergabe und dem
weltweiten Verschieben von undurchsichtigen Kreditpaketen
genauestens Bescheid wussten.
Die
Journalisten waren es auch, die den kapitalfreundlichen
Freihandel und den Neoliberalismus hochjubelten und jegliche
Kritik daran im Keim erstickten. Vehement setzten sie sich
für den Abbau der Zölle ein, wohl wissend, dass
damit auch ein globaler
Lohndumpingwettbewerb
losgetreten würde.
Wir
haben uns allzusehr daran gewöhnt, die Presse als
Zucht- und Lehrmeister zu akzeptieren, die eine Art
Oberaufsicht über die Politik wahrnimmt, weitgehend in
die Gesetzgebung eingreift (durch subjektive Wertungen und
Kommentare) und letztlich das Volk aufwiegelt und in eine
bestimmte Richtung lenkt (z. B. durch ständige Attacken
gegen die
Mehrwertsteuererhöhung).
Keine
Partei kann gegen die Übermacht der Medien ernsthaft
etwas ausrichten. Und so ist es auch kein Wunder, dass sich
die etablierten Parteien nur noch bei
Nebensächlichkeiten voneinander
unterscheiden.
Kaum ein Politiker wagt ein offenes Wort und eine eigene
Position zu den wirklich relevanten Themen - aus lauter
Angst, er könnte von den Medien abgestraft werden.
Wir gehen jetzt schon wieder in eine Bundestagswahl und die
entscheidenden Dinge werden gar nicht diskutiert.
Welches
sind denn die relevanten Themen?
Von
grundsätzlicher Bedeutung ist der Erfolg unserer
Volkswirtschaft. Dieser Erfolg entscheidet letztlich
über alles weitere: über die
Beschäftigungslage, über die Finanzierung des
Sozialstaates, die Staatsverschuldung, über die
Möglichkeiten einer besseren Bildungs- und
Familienpolitik. usw.
Seit
1980 haben sich die realen Nettolöhne in Deutschland um
ca. 15 % verringert
-
trotz massiver Steigerung der Produktivität. Die Medien
nehmen dies in ihrer Gesamtheit nicht zum Anlass, die
Hintergründe dieses Paradoxon zu ergründen.
Heute verdienen Akademiker oft weniger als 1980 ein
Facharbeiter und selbst diese Ungeheuerlichkeit hält
Journalisten kaum davon ab, die Globalisierung und die EU
(den Abbau der Zölle) unbeirrt als
wohlstandsfördernd zu preisen.
Durch
die geballte Medienmacht ist auch auf anderen Gebieten ein
merkwürdiger Gesinnungswandel durchgepeitscht worden.
Zum Beispiel wird in Deutschland der Nationalstolz
heute in weiten Teilen der Bevölkerung als etwas ganz
ganz Böses wahrgenommen (das ist absolut einmalig in
der Welt) und demzufolge die EU
als große
Erlösung
angesehen. Wer Vorbehalte gegen den Multikultistaat
äußert, wird als ausländerfeindlich
diffamiert und in die rechte Ecke gestellt.
Sachliche Diskussionen sind in vielen wichtigen Bereichen
kaum mehr möglich - trotz aller Pressefreiheit.
Was
gilt es beim Referat über die Pressefreiheit zu
beachten?
Es
genügt also nicht, in einem Referat das banale
Lexikonwissen vorzutragen. Man sollte schon etwas tiefer
gehen und auch die Schattenseiten beleuchten.
Dabei
darf nicht unterschlagen werden, dass der anhaltende
Monopolisierungstrend sich im Medienbereich
äußerst negativ auswirkt.
Vor fünfzig Jahren noch gab es in Deutschland tausende
unabhängige kleine und mittelständische
Zeitungsverlage. Hier hat sich im Laufe der Zeit ein
dramatischer Wandel vollzogen - die größeren
Verlage haben die kleinen geschluckt und ihrem Imperium
einverleibt. Die meisten unabhängigen Politik- und
Wirtschaftsredaktionen der mittelständischen
Lokalzeitungen wurden aufgelöst und durch eine zentral
gelenkte Einheitspresse ersetzt.
Mit diesem Konzentrationsprozess ging natürlich auch
die Meinungsvielfalt verloren.
Hoffnungsschimmer
Internet
Echte
Konkurrenz für das Meinungsbildungsmonopol der
Medienkonzerne wächst derzeit aus dem Internet. Obwohl
die mächtigen Konzerne natürlich auch diese Gefahr
längst lokalisiert haben und im Internet massiv
Präsenz zeigen. Manche Medienkonzerne scheuen sich
nicht einmal, über bezahlte Redakteure in die
Diskussion privater Foren einzudringen.
Was
könnte gegen die Monopolisierung im Medienbereich
unternommen werden?
Ich
halte die heutigen Zustände im sensiblen Medienbereich
für absolut inakzeptabel und sehe sie als große
Gefahr für unsere moderne Demokratie (die
wirtschaftlichen Folgen dieses Meinungsmonopols spüren
wir seit langem).
Der
Staat könnte dieses Monopol aufbrechen, wenn er es denn
wollte. So könnte er zum Beispiel eine gestaffelte
Monopolsteuer einführen (vielleicht 3 % ab 10 Millionen
Umsatz, 5 % ab 100 Millionen Umsatz usw.) Gleichzeitig
könnte er Verlagen die Beteiligung an anderen
Medienunternehmen untersagen. Es wäre doch alles viel
übersichtlicher (und auch steuerlich einfacher
kontrollierbar), wenn ein Verlag alle seine Aktivitäten
unter einem Hut (unter einem Namen) hätte. Warum dieses
Verwirrspiel über unzählige, für den Laien
undurchschaubare, Tochtergesellschaften?
Im
Vordergrund des Staatsinteresses steht eine
breitgefächerte Meinungsvielfalt und eine objektive
(nicht kapitalgesteuerte) Berichterstattung. Dieses Ziel zu
erreichen sollte uns allen tausendmal wichtiger sein als der
finanzielle Erfolg einiger weniger Großkonzerne.
Außerdem hilft die Monopolsteuer, das
Wettbewerbs-Ungleichgewicht wieder herzustellen (heute ist
es doch so, dass die Großen allein aufgrund ihrer
Kapitalmacht so große Vorteile genießen, dass
neue Konkurrenz gar nicht mehr aufkeimen kann und der
Konzentrationsprozess stetig voranschreitet).
Was
wäre der Staat ohne Pressefreiheit?
Was
würde aus unserem Staat, wenn die Pressefreiheit
abgeschafft würde? Ein solches Gedankenspiel zeigt,
dass eine kapitalgesteuerte Medienlandschaft immer noch
besser ist als eine staatlich ausgeübte Pressezensur.
Denn ohne Pressefreiheit würden Selbstherrlichkeit,
Korruption und Willkür im Staatsapparat rasant um sich
greifen. Ein Staat ohne Pressefreiheit würde vermutlich
recht schnell zur Bananenrepublik verkommen.
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(Eingangsseite
www.presse-club.de)
Impressum
©
Manfred J. Müller, Flensburg, Juli 2009
"Die
Pressefreiheit ist das Recht der Verleger, ihre eigene
Meinung zu verbreiten ..."
Ab
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Manfred
Julius Müller
analysiert
seit 30 Jahren weltwirtschaftliche Zusammenhänge und
veröffentlicht brisante Aufsätze zu den heikelsten
Themen. Er entwickelte neue Wirtschaftstheorien, die
weltweit neue Maßstäbe setzten und in manchen
Ländern in wichtigen Bereichen die Gesetzgebung
beeinflussten. Seine Websites erreichen im Jahr etwa eine
Million Besucher. Inzwischen sind auch einige Bücher
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Trilogie
"DAS KAPITAL".
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